Tarifvertrag für bäcker in baden-württemberg

Nach wochenlangen erbitterten Kämpfen ist endlich ein Tarifvertrag für die deutsche Metall- und Elektroindustrie zustande gekommen. Die Arbeitnehmer konnten höhere Löhne und flexiblere Arbeitszeiten sichern. Der Tarifvertrag war hart umkämpft. Die Gewerkschaft IG Metall hat in den vergangenen Wochen eine Reihe von Warnstreiks gestartet, um ihrer ursprünglichen Forderung nach einer Lohnerhöhung von 6 Prozent nachzugehen. Zwei Tage später wurde schließlich eine Einigung erzielt. Unter der Leitung von Bleicher und Schleyer trafen sich die Verhandlungsteams im Stuttgarter Hotel Graf Zeppelin und nahmen an einer 30-stündigen Marathonsitzung teil, diesmal ohne Unterbindung von Mediatoren. Es wurde eine Einigung über eine Lohnerhöhung von 7,5 % im Januar 1972 erzielt, die zwölf Monate lang gilt, zuschlaggebend für die Monate Oktober und November um 160 DM und für 40 % der Dreizehnmonatsgehälter. Es wurde abgestimmt und 71,2% der Mitglieder unterstützten den Deal. Bleicher, der inzwischen das Ende seiner Karriere erreicht hat, konnte zufrieden auf die Verhandlungen von 1971 zurückblicken. Obwohl die erreichte Erhöhung nicht wesentlich über dem Anstieg der Lebenshaltungskosten lag, war es ihm, wie schon 1963, gelungen, einen entschlossenen Versuch der Arbeitgeber, die Position der Gewerkschaft dauerhaft zu schwächen, gewaltsam zu sehen. [11] Ludwig Becker unterstützte Systematisch Will Bleicher als seinen Nachfolger und verstellte sogar seinen eigenen Ruhestand, um einen Übergang zu erleichtern. Im März 1959 ernannte der IG-Metall-Bundesvorstand Bleicher tatsächlich zum Nachfolger beckers an die Spitze der Stuttgarter Landesregierung.

Otto Brenner, der seit 1956 den Landesvorstand verkohlt hatte, unterstützte ihn ebenfalls für das Amt. Es folgten nun dreizehn Jahre, in denen Bleicher unangefochtener Vorsitzender der IG Metall in Baden-Württemberg war und einen entscheidenden Einfluss auf die Lohnpolitik der Gewerkschaft auf nationaler Ebene ausübte. [10] Der Chef des Dachverbandes der Gesamtmetall-Gewerkschaft, Rainer Dulger, nannte den Tarifvertrag “den Eckpfeiler eines flexiblen Arbeitssystems für das 21. Jahrhundert”. 1970 wurden zwischen den Gewerkschaften weitreichende Vereinbarungen über die Ziele für lohnerhöhunge Löhne und Tratge und die Notwendigkeit erzielt, zwischen den Neuverhandlungen zu den traditionellen Zwölfmonatsintervallen zurückzukehren. Doch das scheint vielen Arbeitern im Südwesten Deutschlands nicht gereicht zu haben, ebenso wenig für das Stuttgarter Führungsteam der IG Metall um Willi Bleicher. Mehrere Wellen spontaner Arbeitsniederlegungen während der Stuttgarter Verhandlungen haben den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Am Ende wurde eine Grunderhöhung um 15 % für die Region Nordwürttemberg-Nordbaden vereinbart.

Es schien, dass Bleicher wieder einmal verstanden hatte, wie man eine erfolgreiche progressive Erhöhung des Drucks auf arbeitgeberseitige seite, und so einen Sinneswandel erreicht. Dies gelang ihm nicht zuletzt durch eine intensive Informationskampagne mit Fokus auf die Arbeitskräfte und die örtlichen Gewerkschaftsfunktionäre im Hinblick auf den Entscheidungsprozess. Wie immer sah er die kontinuierliche Bereitstellung von Informationen auf Fabrikebene als Schlüssel für die Bereitschaft der Arbeitnehmer zu Arbeitskämpfen an. [11] In seiner neuen Funktion als baden-württembergischer Gewerkschaftschef lag der Schwerpunkt von Bleichers Arbeit natürlich auf der Lohnpolitik. Unter seinem Vorgänger Ludwig Becker hatte er bereits eine wichtige Rolle in der Lohnpolitik in Nordwürttemberg/Nordbaden gespielt. Während der Bleicher-Ära war der Südwesten Deutschlands erneut Auslöser gewaltsamer Tarifkonflikte zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. Das dort festgelegte Lohnniveau wurde häufig zu Einem Richtwert für Verhandlungen in ganz Westdeutschland. [11] Die mächtige Gewerkschaft IG Metall kündigte den Deal für die Beschäftigten in Baden-Württemberg an, sollte aber letztlich bundesweit für insgesamt 3,9 Millionen Beschäftigte in der Branche umgesetzt werden.

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